Cracking Groups
Digitalwelt wird von Lesern unterstützt; über die Links auf unserer Site verdienen wir teilweise an Affiliate-Provisionen. Mehr dazu

Cracking Groups

Eine neue Hacker-Subkultur wird geboren

NO COPY


Über NO COPY | Kapitelinhalt | Autoren | Rezensionen | Archiv

Durch das kontinuierliche Entfernen des Kopierschutzes der Originalsoftware machten sich Cracking Groups nicht nur bei Insidern auf der ganzen Welt einen Namen, sondern auch bei den gewöhnlichen Gelegenheitskopierern.

Um ihren Gruppennamen zusammen mit der gecrackten Software möglichst auffällig verbreiten zu können, bauten sie jedesmal einen Vorspann in die Software ein. Dieses sogenannte Cracktro – ein Begriff, der sich aus den Wörtern Crack und Intro zusammensetzt – hatte einzig und allein die Aufgabe, als Werbefläche für den eigenen Gruppennamen zu dienen. Es wurde vor dem Start der eigentlichen Software platziert und manifestierte den Namen der Cracking Group.

Wie knackt man einen Kopierschutz?

Bald zeigte sich, dass eine Cracking Group am effektivsten cracken konnte, wenn sie einer bestimmten Arbeitsteilung folgte.

Es bildete sich eine Organisationsform heraus, bei der Spezialisten für verschiedene Tätigkeiten im Prozess des Crackens eingesetzt wurden. So übernahmen manche Mitglieder die Beschaffung der Software, während andere nur für das Knacken des Kopierschutzes oder für die Erstellung der Cracktros zuständig waren.

Der Anreiz für die Cracking Groups bestand jedoch nicht darin, der Softwareindustrie Schaden zuzufügen. Sie wollten sich vielmehr mit anderen Cracking Groups messen. Ihr Antrieb war es, die erste Gruppe zu sein, die eine Software als geknackte Kopie veröffentlichte. Eine solche Erstveröffentlichung wurde Major Release genannt.

Cracktros werden zur Kunst

Auch versuchten die Cracking Groups, in ihren Cracktros die beste Grafik und Musik innerhalb der Szene vorweisen zu können.

Kommerzielle Vorteile durch den Nichterwerb von Software sind zu jener Zeit nicht die treibende Kraft gewesen. Hinzu kam, dass zur damaligen Zeit ein Unrechtsbewusstsein kaum vorhanden war. Das Kopieren von Programmen wurde, ähnlich wie das Kopieren von Schallplatten auf Musikkassetten, als Selbstverständlichkeit empfunden. Der Kopierschutz war lediglich ein lästiges Hindernis, das es schnell zu umgehen galt.

Hackerkultur wird zur Crackerkultur

Die Cracker bildeten eine Subkultur, die ähnlich dachte und agierte wie die parallel weiter existierende Hackerkultur.

Das Motiv der Technikbegeisterung war das gleiche wie bei der Entstehung der ersten Hackerclubs. Die Vorstellung, bestehende Hindernisse durch technische Innovationen zu überwinden, war im Handeln der Cracker verankert, obwohl beide Kulturen nicht direkt miteinander kommunizierten. Die Crackerszene bildete sich zu einer Zeit des Spielebooms, auch ohne die Hackerkultur bewusst als Vorbild genommen zu haben. Dennoch teilte sie die Auffassung der Hacker, dass es legitim sei, eine Zugangsbeschränkung zu umgehen. Auch wenn sie nicht die strenge Ethik der Hacker übernahm, lebte der Grundsatz der „freien Information“ bei ihr fort.

Kopiergeschützte Programme waren somit einerseits ein Hindernis, der eigenen Begeisterung nachzugehen, und zugleich eine Herausforderung. Die meisten Cracker wollten einfach nur zeigen, dass sie die von den Softwarefirmen als unknackbar angekündigte Software bezwingen konnten. Erst der dadurch entstehende Wettstreit machte es möglich, dass sich aus der bloßen Faszination heraus eine weltweit agierende Subkultur entwickeln konnte. Mit der Entstehung einer globalen Softwareindustrie, die mit verschiedensten Methoden versuchte, ihre Software vor dem Kopieren zu schützen, entstand gleichzeitig ein unsichtbares Netzwerk. Millionen von Kopien gecrackter Software fanden darüber ihren Weg zum Konsumenten.

NO COPY

Jan Krömer und Dr. William Sen sind u. a. Autoren des Buchs "NO COPY - Die Welt der digitalen Raubkopie" - erschienen im Klett-Cotta Verlag. Das Buch sorgte vor allem in Deutschland für Aufklärung für das Verständnis für Raubkopien und untersuchte kritisch das gesellschaftliche und auch ökonomische Grundverständnis für "die Kopie".

Das Buch NO COPY ist kostenlos online verfügbar.

>> Mehr über Jan Krömer und William Sen



Über NO COPY | Kapitelinhalt | Autoren | Rezensionen | Archiv

 


 

Die besten VPN Tools 2025

Anzeige | Gesponserte Angebote
1 CyberGhost VPN
2 NordVPN
3 ExpressVPN
4 PROTON VPN
5 IPVanish VPN
6 RUSVPN
7 SurfShark VPN
8 Hide My Ass VPN
9 vypr vpn
10 Avast SecureLine VPN
11 Avira Phantom VPN

Antivirus Software Test 2025
Die beste Antivirus Software 2025 Schütze dich vor Datenverlust und Ausspähungen

LISTE ANSCHAUEN

1. Die Geschichte der Schwarzkopie


Software FaszinationFaszination Software So haben Wissenschaftler die Software entdeckt Der Kopierschutz von Nintendo war Grund dafür, dass das Unternehmen an Marktanteilen verlor. Stattdessen haben Raubkopierer sich für Playstation entschieden, was wiederum zum Erfolg führte. Somit verhalfen Raubkopien dem Unternehmen Sony.

Popular Electronics AltairHackerkultur Der Beginn einer neuen Leidenschaft Die Hackerkultur begann mit der Leidenschaft zur Elektronik und Computer. Der erste Computer der Welt sorgte für große Begeisterung. Kurz darauf bildete sich die erste Hackergruppe der Welt. Ihre ersten Mitglieder waren unter anderem Bill Gates.

Homebrew Computer ClubKommerzieller Beigeschmack Als Computerhippies reich werden wollten Aus Computerhippies wurden plötzlich Steve Jobs und Bill Gates. Am Anfang waren es noch Computerenthusiasten, die die Welt verändern wollten. Doch der Geruch des Geldes war attraktiver.

Steve Jobs: AppleComputer für alle Wieso Steve Jobs seinen VW Bus verkaufte Steve Jobs verkauft seinen VW Bus und sein Geschäftspartner Steve Wozniaks seinen teuren Taschenrechner. Das Ziel ist es einen Computer zu entwickeln, den sich alle Menschen leisten können.

Software wird käuflichSoftware wird käuflich Bill Gates erfand kostenpflichtige Software Software war am Anfang frei verfügbar. Die Vorstellung, dass es mal Geld kosten wurde, war unbegreiflich. Es war Bill Gates, der erstmals Geld für die Software verlangt und alle schockt.


Die ersten CrackerDie ersten Cracker …waren die ersten organisierten Hacker Die Hackerszene ist nur deswegen entstanden, weil die Softwareindustrie den Kopierschutz entwickelt hat. War die Industrie daran schuld?


Cracking GroupsCracking Groups Eine neue Hacker-Subkultur wird geboren Organisierte Hacker, die sich zum Ziel gesetzt haben den Kopierschutz zu entfernen, Filme und Sofware über die Welt zu verteilen. Doch wann, wo und wie sind sie eigentlich entstanden?

cracked SoftwareGecrackte Software vs Original Raubkopierte Software besser als das Original? Tatsächlich nehmen Hacker Verbesserungen an der Software vor, bevor sie es als Raubkopie in Umlauf bringen. Sie wollen nämlich ihren guten Ruf in der Szene beibehalten. Daher kann es durchaus sein, dass die Software, dessen Kopierschutz entfernt wurde, besser funktioniert als das Original.

Cracker JargonExkurs: Der Crackerjargon Die geheime Sprache der Hacker-Elite Damit die Polizei ihre Sprache nicht versteht, haben die Hacker eine eigene Sprache entwickelt, welches auch als Leetspeech bekannt ist. Leet steht dabei für Elite und speech für Sprache.

Cracking GroupsErste Cracking Groups Liste aller Cracking Groups der 80er Jahre Das waren die Namen der Gruppen, die Software organisiert als Raubkopie verbreiteten. Alle Gruppen bestanden aus verschiedenen Hacker-Mitgliedern und sie konkurrierten untereinander, welches als „Race“ bezeichnet wurde.

VerbreitungswegeNeue Verbreitungswege So haben Raubkopierer ihre Ware in Umlauf gebracht Organisierte Raubkopierer hatten und haben heute noch ihre eigene Währung, die beim Tauschen genutzt wird. Die sogenannte „Ratio“ ist für manch einen Hacker wertvoller als Euro, Dollars oder Bitcoins.


WebwarezZeit der Webwarez Zieh es dir runter aus dem Web! Raubkopien aus dem Web – Anfang der 90er Jahre gab es plötzlich Angebote, die man aus Websites einfach downloaden konnte. Das war aber nur der Anfang. Kurze Zeit später fanden die Raubkopierer neue, geheimere Verbreitungswege, die sie dank des Internets nutzen konnten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Please select reCAPTCHA